18 de junho de 2026

KOMMEN SIE IN MEIN WACHHÄUSCHEN!

Der Veteran Hauptmann Hurtaux, Ritter der Ehrenlegion, war kein praktizierender Katholik. Wie viele Männer hatte er eine gewisse Scheu oder menschliche Rücksicht davor, zur Beichte zu gehen. Lange bevor er den entscheidenden Schritt tat, rief er gern die Allerseligste Jungfrau an und ging zum Gebet in das Heiligtum Unserer Lieben Frau von Chartres, wo er wohnte.

Eines Tages kniete er vor einem großen Kruzifix in der Kathedrale, als sich ihm ein Priester näherte. Dieser kannte ihn und besaß die Offenheit eines Soldaten. Er klopfte ihm auf die Schulter und sagte:

— Hauptmann, es nützt wenig, dass Sie hier beten, wenn Sie sich nicht in den Stand der Gnade Gottes versetzen.

Dann nahm er ihn am Arm und fügte hinzu:

— Kommen Sie in mein Wachhäuschen.

Der Hauptmann ließ sich führen, legte seine Beichte ab und verließ den Ort mit strahlendem Gesicht und einer Seele, die von der Gnade Gottes erfüllt war.

Von diesem Tag an wurde er ein vorbildlicher Christ. Jeden Tag hielt er seine Wachstunde zu Füßen der Gottesmutter und ging nie fort, ohne ihr einen liebevollen Blick zuzuwerfen.

Schließlich kam der Tag, an dem er seinen Wachdienst nicht mehr verrichten konnte. Da kam unser Herr, zweifellos begleitet von Seiner Mutter, an das Sterbebett seines Dieners.

Er empfing die Sakramente mit lebendigem Glauben, und als ihm der Priester die Heilige Hostie reichte, rief er aus:

— Herr, ich bin nicht würdig... ich bin nicht würdig, dass Du in mein Haus eingehst, aber Du bist so gut!

Der Hauptmann schämte sich seiner Überzeugungen nicht und verbarg seine frommen Übungen nicht. Er wusste auch denen zu antworten, die ihn befragten.

— Wohin gehst du? fragte ihn eines Tages ein Freund, als er ihn auf dem Weg zur Kirche sah.

— Ich gehe dorthin, wohin du gehen solltest, aber nicht den Mut hast zu gehen.

Mit seinem ebenso einfachen wie festen Charakter gewann er die Achtung aller.

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