Als ein Junge seine Erstkommunion empfing, fasste er den Entschluss, niemals mit einer Todsünde auf dem Gewissen schlafen zu gehen.
Sein Vorsatz lautete:
— Wenn ich das Unglück haben sollte, eine schwere Sünde zu begehen, werde ich noch am selben Tag zur Beichte gehen und mich nicht schlafen legen, bevor ich mich mit Gott versöhnt habe.
Einige Monate später hatte er die Schwäche, eine solche Sünde zu begehen. Es war Samstag, das Wetter war schlecht und die Kirche lag weit entfernt. Er sagte sich:
— Morgen, wenn ich zur Messe gehe, werde ich den Beichtvater aufsuchen und beichten.
Doch er erinnerte sich an sein Versprechen, und eine innere Stimme sagte ihm:
— Tu, was du versprochen hast; geh zur Beichte.
Dennoch konnte er sich nicht entschließen zu gehen. In diesem inneren Kampf kniete er nieder und flehte die Gottesmutter um Hilfe an. Er betete ein Ave Maria, damit sie ihm den Willen Gottes erkennen lasse.
Kaum hatte er sein Gebet beendet, fühlte er sich noch stärker gedrängt, sofort zur Beichte zu gehen. Er stand auf, lief zur Kirche und beichtete.
Auf dem Rückweg traf er seine Patin, die ihn fragte, woher er komme.
— Ich komme gerade von der Beichte, antwortete er mit frohem Gesicht. Ich habe eine Sünde begangen und wollte nicht schlafen gehen, ohne Vergebung zu erlangen. Jetzt, da ich die Gnade Gottes wiedergewonnen habe, kann ich ruhig schlafen.
Seine Mutter hatte die Gewohnheit, ihn sonntags etwas länger schlafen zu lassen; deshalb weckte sie ihn nicht früh. Um sieben Uhr klopfte sie an seine Tür und rief ihn beim Namen. Keine Antwort.
Eine Viertelstunde verging, und der Junge erschien nicht. Sie rief erneut, aber ohne Erfolg.
Beunruhigt öffnete sie die Tür und näherte sich dem Bett, in dem ihr Sohn regungslos lag. Sie berührte ihn; er war kalt. Einen Augenblick lang blickte sie ihn an, schrie auf und fiel in Ohnmacht.
Der Junge war tot!
Und wenn er nicht zur Beichte gegangen wäre?
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