Der heilige Gerhard Majella hatte, als er noch sehr klein war, das Glück, mit dem Jesuskind zu spielen, das ihm beim Abschied ein sehr weißes und wohlschmeckendes Brötchen gab. Schon in diesem zarten Alter verhielt er sich in der Kirche mit solcher Sammlung, dass man ihn für einen Engel hielt.
Seine wahrhaft engelgleiche Frömmigkeit bewegte die Herzen aller, die ihn sahen, und gewiss noch mehr das Herz Gottes.
Unser Herr belohnte seine zarte Andacht, indem er ihm während der heiligen Messe sichtbar erschien. Sein Herz schien ganz entflammt, und wenn der Herr nach der Kommunion des Priesters verschwand, wurde Gerhard traurig und seine Augen füllten sich mit Tränen.
Von da an verspürte er eine übernatürliche und unwiderstehliche Anziehung zur Kirche, zum erhabenen Heiligtum, wo der eucharistische Jesus ihn mit unaussprechlichen Wonnen erfüllte.
Am Nachmittag, wo immer er sich befand, sobald er die Glocke zur Besuchung des Allerheiligsten hörte, ließ er seine Spiele und sagte zu seinen Gefährten:
— Kommt, lasst uns Jesus besuchen, der aus Liebe zu uns Gefangener werden wollte.
Und es war bewegend zu sehen, mit welchem Eifer und welcher Andacht der Knabe dort kniend, unbeweglich und ganz in seinen Gott versunken blieb.
Er hatte ein ungeheures Verlangen, die heilige Kommunion zu empfangen; doch da er das erforderliche Alter nicht hatte, erlaubte man es ihm nicht. Gott jedoch wollte das glühende Verlangen des kleinen Gerhard erfüllen, und er empfing die Kommunion auf wunderbare Weise aus den Händen eines Engels.
Mit zehn Jahren machte er seine feierliche Erstkommunion mit der Glut eines Seraphs; und von da an wurde die Eucharistie das notwendige Brot seiner Seele. Es dauerte auch nicht lange, bis ihm sein Beichtvater die tägliche Kommunion erlaubte.
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