12 de fevereiro de 2026

DIE KRAFT ZUM OPFER

Im Jahr 1901 begann in Frankreich die Schließung aller Klöster und die Ausweisung der Ordensleute. In diesem Jahr ereignete sich in Reims der folgende Vorfall, berichtet von Kardinal Langenieux, dem Erzbischof jener Stadt. In Reims gab es unter anderem ein Krankenhaus, das ausschließlich Kranke mit ansteckenden Krankheiten aufnahm, die sonst nirgends einen Pfleger fanden, der bereit gewesen wäre, sich um sie zu kümmern.

In solchen Krankenhäusern pflegen gewöhnlich nur die Barmherzigen Schwestern die Kranken, und das war der Grund, weshalb die Ordensfrauen jenes Hauses noch nicht ausgewiesen worden waren.

Eines Tages jedoch traf eine Gruppe von Stadträten im Krankenhaus ein und sagte der Oberin, sie müssten alle Säle und Zimmer der Anstalt besichtigen, da sie einen Bericht an die Regierung senden müssten. Die Oberin führte jene Herren aufmerksam in den ersten Saal, wo sich Kranke befanden, deren Gesichter vom Krebs zerfressen waren. Die Stadträte machten einen hastigen Besuch und ließen in ihren Mienen erkennen, wie sehr es sie anwiderte, dort zu verweilen.

Dann gingen sie in den zweiten Saal; doch dort trafen sie auf Kranke mit noch schlimmeren Leiden und sahen sich gezwungen, sofort ihre Taschentücher hervorzuziehen, da sie den üblen Geruch nicht ertragen konnten.

Mit schnellen Schritten durchliefen sie die übrigen Säle, und als sie das Krankenhaus verließen, waren jene Männer bleich und sichtbar erschüttert.

Einer von ihnen fragte beim Abschied die Schwester, die sie begleitet hatte:

— Wie viele Jahre arbeiten Sie schon hier?

— Herr, es sind bereits vierzig Jahre.

— Vierzig Jahre! —rief ein anderer voller Staunen—. Woher schöpfen Sie so viel Mut?

— Aus der heiligen Kommunion, die ich täglich empfange, antwortete die Oberin. Und ich sage Ihnen, meine Herren: An dem Tag, an dem das Allerheiligste Sakrament hier nicht mehr sein wird, wird niemand mehr die Kraft haben, in diesem Haus zu bleiben.

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