23 de julho de 2026

UNSERE LIEBE FRAU UND DER BERÜHMTE JÄGER

Eines Morgens, kurz vor dem Mittagessen, stieg in Lourdes ein wohlhabender Herr aus dem Zug. Er stand der Religion völlig gleichgültig gegenüber und hatte sich nur widerwillig bereit erklärt, seine Frau und seine Tochter zum Wallfahrtsort zu begleiten. Er wollte dort nicht länger bleiben als die Zeit zwischen zwei Zugverbindungen; mehr hatten seine Frau und seine Tochter ihm nicht abringen können.

Kaum angekommen, eilten die beiden Frauen zur Grotte, um für das Familienoberhaupt zu beten, dessen Gottlosigkeit ihnen so großen Kummer bereitete.

Er hingegen, mehr um seinen Magen als um seine Seele besorgt, suchte das beste Hotel auf und sagte zum Kellner:

— Während ich auf meine Frau und meine Tochter warte, bereiten Sie uns dreien ein gutes Mittagessen.

— Wünscht der Herr ein Freitagsmahl?

— Ein Freitagsmahl? Was soll das heißen?

— Heute ist Abstinenztag, und fast alle halten sich hier daran.

— Was kümmert mich der Wochentag? antwortete der Freigeist. Das Mittagessen muss kräftig sein! Außerdem bin ich Jäger; ich will Fleisch, haben Sie verstanden?

Der Kellner verbeugte sich höflich und gab dem Koch Anweisung, Steak, Hähnchen und andere Fleischgerichte zuzubereiten.

Während er sich eine gute Zigarre anzündete, dachte der Mann bei sich:

— Man soll später nicht sagen können, ich hätte die berühmte Grotte nicht gesehen... Ich werde sie mir einmal ansehen.

Er kam dort an, lange bevor die beiden Damen ihre Besuche in der Grotte, der Basilika und der Krypta beendet hatten, wo sie überall inständig für die Bekehrung ihres geliebten, aber widerspenstigen Familienvaters beteten.

Als sie zur Grotte zurückkehrten, bot sich ihnen ein überraschender Anblick.

Der Mann kniete dort, weinte und betete mit großer Andacht.

War das wirklich er?

Sie konnten es kaum glauben.

Ja, er war es tatsächlich.

Sie wagten kaum, ihn anzusprechen. Doch sobald er sie sah, rief er:

— Ja, ich bin es. Ich bete und ich weine. Ich weiß nur, dass ich ohne jeden Gedanken hierhergekommen bin. Doch als ich vor diesem Bild stand, ergriff mich eine unbeschreibliche Ergriffenheit. Ich fiel auf die Knie, sah einen Priester und fragte ihn, ob ich beichten dürfe. Hinter dem kleinen Altar der Grotte habe ich meine Beichte abgelegt. Ach, wie glücklich ich bin! Wir bleiben heute hier, und morgen werden wir die Heilige Kommunion empfangen.

Er war nicht der Einzige, der Tränen vergoss. Alle drei weinten und dankten der Gottesmutter.

Als er ins Hotel zurückkehrte und den Speisesaal voller Menschen sah, rief er:

— Meine Damen und Herren, ich bin der berühmte Jäger N. N. Als ich hier ankam, war ich noch ein Gottloser. Jetzt sehen Sie vor sich einen Mann, der gerade gebeichtet hat und morgen die Heilige Kommunion empfangen wird.

— Herr Ober, bringen Sie uns ein Freitagsmahl!

Welche Überraschung für alle Anwesenden!

Von jenem Freitag an wurde Herr N. N. zu einem gläubigen und eifrigen Christen.

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