Es war in den ersten Zeiten des Christentums. Die Christen wurden verfolgt, den wilden Tieren vorgeworfen und getötet.
Fast alle suchten zuvor die heilige Kommunion zu empfangen.
Die Priester mussten sich verbergen, denn sie wurden von den Feinden am meisten gesucht.
Eines Tages, nachdem der Priester in den Katakomben die göttlichen Geheimnisse gefeiert hatte, wandte er sich an die versammelten Gläubigen, zeigte ihnen die Hostie und sagte:
„Morgen werden viele von uns den wilden Tieren vorgeführt werden. Wer von euch, weniger bekannt als ich, kann ihnen heimlich das Brot der Starken bringen?“
Bei diesen Worten trat ein zehnjähriger Junge namens Tarcisius vor, der den Engeln die Reinheit der Seele und die Schönheit des Gesichtes gestohlen zu haben schien; und indem er vor dem Altar niederkniete, streckte er die Arme zum Priester aus, ohne ein Wort zu sprechen, als wollte er sagen:
„Ich selbst werde Jesus zu den gefangenen Brüdern bringen…“
„Du bist noch sehr klein“, sagte der Priester. „Wie kann ich dir einen so großen Schatz anvertrauen?“
„Ja, Vater; gerade weil ich klein bin, werde ich mich den Märtyrern nähern, ohne dass jemand Verdacht schöpft.“
Er sprach mit so viel Eifer und Unschuld, dass der Priester ihm die „Geheimnisse Jesu“ anvertraute.
Strahlend vor Freude drückte der Junge seinen Schatz an die Brust und sagte:
„Bevor sie mich in Stücke reißen, wird ihn mir niemand entreißen.“
Eilig machte er sich auf den Weg zum Mamertinischen Gefängnis.
Als er den Platz überquerte, umringte ihn eine Gruppe von Jungen und wollte ihn zwingen, an ihren Spielen teilzunehmen.
„Ich kann nicht“, sagte Tarcisius, „ich kann nicht, ich habe es eilig.“
Als sie sahen, dass er die Hände auf die Brust gedrückt hielt, vermuteten sie, dass es sich um die Geheimnisse der Christen handelte. Wie Besessene schreiend, warfen sie den armen Jungen zu Boden, schlugen ihn, warfen Steine auf ihn und ließen ihn niedergestreckt liegen. Das Blut floss ihm vor allem aus dem Mund, doch seine Hände lösten sich nicht von der Brust.
Da kam ein christlicher Offizier namens Quadratus vorbei, der sich mitten unter die Jungen stürzte, nach rechts und links schlug und die verbrecherische Bande zerstreute.
Wie eine liebevolle Mutter nahm er mit größter Ehrfurcht den kleinen Märtyrer der Eucharistie auf und trug ihn in seinen kräftigen Armen zu den Katakomben, wo der Priester beim Anblick des Jungen seine Tränen nicht zurückhalten konnte. Tarcisius, der Verteidiger Jesu, verschied noch dort.
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