13 de maio de 2026

VOR DEM BILD MARIENS

Margarete war ein sechzehnjähriges Mädchen. Ihr Vater war Freimaurer gewesen; ihre Mutter war keineswegs fromm. Sie wurde in einer Schule erzogen, in der der Name Gottes niemals ausgesprochen wurde; doch unser Herr liebte dieses Mädchen. Auf dem Weg zur Schule fühlte sie sich beim Vorbeigehen an einer Kirche gedrängt einzutreten und dort einige Zeit vor dem Altar zu verweilen.

Oft und auf wunderbare Weise sprach Gott zum Herzen dieses Mädchens, das sich heimlich sogar beichtete und die heilige Kommunion empfing.

Der Mangel an Religion im Elternhaus ließ sie diese göttlichen Eingebungen bald vergessen.

Sie war nicht böse und hatte niemals Ärgernis gegeben, doch sie betete nie und ging nie zur Messe. Sie dachte nur daran, sich mit ihren Freundinnen zu vergnügen, sich mit ihnen Tänzen und Ausflügen hinzugeben. Gott jedoch ließ nicht zu, dass ihr Herz durch Unreinheit befleckt wurde.

Es war der erste Tag der Novene zu Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. Einige junge Mädchen, die Krüge, Kerzen und Blumen trugen, betraten die Kirche, wo die feierliche Novene beginnen sollte. Margarete, die mit ihren fröhlichen Freundinnen vorbeiging, fühlte etwas in ihrem Herzen und sagte zu den anderen:

— Kommt, lasst uns hineingehen; sehen wir, was diese frommen Frauen tun.

Und sie trat ein...

Sie stellte sich vor Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel und betrachtete sie lange Zeit. Ich weiß nicht, was diese Augen der Gottesmutter ihr sagten; was ich weiß, ist, dass Margarete niederkniete, die Hände faltete... Die Novene begann, endete, lange Stunden vergingen, und sie blieb dort unbeweglich kniend, die Augen auf die Gottesmutter gerichtet und vergoss Tränen, viele Tränen...

Und sie wäre die ganze Nacht dort geblieben, wenn der Küster nicht gekommen wäre und ihr zugerufen hätte hinauszugehen, da er die Kirche schließen müsse... es war schon spät.

Das war der Tag ihrer endgültigen Bekehrung.

Als später ein Missionar sie fragte, was sie während jener langen Stunden getan habe, die sie kniend zu Füßen Mariens verbracht hatte, antwortete sie:

— Ich tat nichts anderes, als sie zu bitten, Mitleid mit mir zu haben, mir meine schweren Schuld zu vergeben und mir — indem sie nicht zuließ, dass ich ihrer Stimme untreu werde — die Gnade zu schenken, ein so bußfertiges Leben zu beginnen, dass meine vergangenen Fehler gesühnt würden.

Der Gottesmutter verdankte sie die Gnade ihrer Bekehrung.

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